NS-"Euthanasie" und lokaler Krankenmord in Oldenburg, Klingenmünster und Sachsen. Erinnerungskultur und Betroffenenperspektive

Berichte des Arbeitskreises, Band 6
Arbeitskreis zur Erforschung der nationalsozialistischen „Euthanasie“ und Zwangssterilisation (Hg.)
160 Seiten
1. Auflage 2011
ISBN 978-3-86281-020-8
16,00 EUR
Publikation vergriffen, keine Neuauflage

Band 6 der "Berichte des Arbeitskreises" dokumentiert die Herbsttagung 2009 in Wehnen. Die Autorinnen und Autoren thematisieren die NS-"Euthanasie" in Oldenburg und Bremen, in Sachsen und der Pfalz. Neben den regionalen Studien, die u. a. grundsätzliche Fragen nach der zeitlichen und thematischen Eingrenzung der Geschehnisse und nach ihren Kontinuitätslinien aufwerfen, bietet der Band eine Erweiterung bislang gängiger Herangehensweisen. Während in den vergangenen Jahrzehnten die nationalsozialistische Psychiatrie-Geschichte nahezu ausschließlich von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geschrieben wurde, integriert die neuere Forschung die Perspektive von Betroffenen im weitesten Sinne: die Sichtweise von damaligen Patienten (dokumentiert durch Briefe) sowie von Angehörigen. Beiträge über den Umgang von Menschen mit Lernschwierigkeiten mit dem Themenkomplex der NS-"Euthanasie" sowie über "Wachkoma"-Patienten nehmen Bezug auf Aspekte aktueller ethischer Diskussionen und Herausforderungen.  

Einzelbeiträge:
  • Ingo Harms: Die oldenburgischen Krankenmorde – ein Definitionsversuch
  • Boris Böhm: Vorkriegssterben und frühes Hungersterben nach Kriegsbeginn in den sächsischen Psychiatrien und die Braune-Denkschrift an Hitler
  • Christof Beyer: Die pfälzische Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster im Nationalsozialismus
  • Gerda Engelbracht, Achim Tischer: Das Schicksal der 1938 bis 1944 aus Bremen nach Wehnen verlegten PatientInnen und Projekte der Erinnerung am Bremer Krankenhaus-Museum
  • Alfred Fleßner: Angehörigenperspektive – Impulse für die Aufarbeitung des Krankenmords im Nationalsozialismus
  • Hedwig Thelen: Patientenbriefe als Quelle historischer Forschung – Der Alltag in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen aus der Perspektive von Patienten
  • Bernhard Selting: Zusammenwirken von medizinischer und politischer Auffälligkeit im „Dritten Reich“ an einem Fallbeispiel
  • Uta George: NS-„Euthanasie“-Verbrechen aus der Perspektive von Menschen mit Lernschwierigkeiten
  • Andreas Zieger: Wachkoma – Behinderung – Ethik: Medizin und „Euthanasie“ heute?

NS-

 

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